Der normale Bereich
Ein Steckdosen-Heizgerät ist durch die Steckdose begrenzt, in der es steckt. In Ländern mit 220–240 V — also Deutschland, Österreich, Schweiz und der Großteil Europas — liegen übliche Geräte bei 2.000 Watt, vereinzelt bis 3.000. In Ländern mit 110–120 V liefert ein normaler Stromkreis rund 1.500 Watt, und praktisch jedes dort verkaufte Gerät zieht das.
Kleine „Personal“-Heizer in Brotkastengröße liegen oft bei 400 bis 800 Watt und sind meist ehrlich darin, für einen Schreibtisch und nicht für einen Raum gedacht zu sein.
Ein Steckdosengerät, das weniger zieht und mehr heizt, gibt es nicht. Die Steckdose ist eine harte Obergrenze, und innerhalb dieser Grenze ist die Wattzahl die Wärme.
Warum Verkäufer sie weglassen
Weil die Zahl der Werbung im Weg steht. Ein Heizgerät, das als Antwort auf hohe Heizkosten beworben wird, sieht anders aus, sobald sichtbar ist, dass es 2.000 Watt zieht — etwa so viel wie ein Wasserkocher, nur dass der Wasserkocher drei Minuten läuft und das Heizgerät den ganzen Abend.
Außerdem macht die Zahl Raumgrößenangaben prüfbar. Im Heizungsbau gilt als grobe Richtschnur für elektrische Zusatzheizung ein Bedarf von 60 bis 100 Watt je Quadratmeter, je nach Dämmung, Raumhöhe und Klima. Kennt man die Wattzahl, kann man selbst dividieren:
- 2.000 W ÷ 100 W/m² = 20 m² im zugigen Altbau
- 2.000 W ÷ 60 W/m² = 33 m² im gut gedämmten Neubau
- 1.500 W ÷ 80 W/m² = 19 m² in einem typischen Raum
Deshalb verdient ein Steckdosen-Heizer, der mit 50 m² beworben wird, eine hochgezogene Augenbraue — und deshalb steht die Wattzahl bei solchen Angeboten meist nicht daneben.
Was Sie vor dem Kauf tun sollten
Steht die Wattzahl nicht auf der Produktseite, fragen Sie vor der Bestellung schriftlich danach und heben Sie die Antwort auf. Fragen Sie gleich die Spannung mit ab — beide zusammen sagen Ihnen, ob das Gerät in Ihrem Land nutzbar ist und was es pro Stunde kostet.
Beantwortet der Verkäufer keine der beiden Fragen, ist das selbst eine Antwort darauf, wie verlässlich der Rest der Seite ist.
Häufige Fragen
Ist ein 2.000-W-Gerät besser als ein 1.000-W-Gerät?
Es erzeugt mehr Wärme und kostet im Betrieb entsprechend mehr. Sparsamer ist keines von beiden — alle elektrischen Widerstandsheizer setzen praktisch 100 % des Stroms in Wärme um. Die richtige Wattzahl ist die, die zu Ihrem Raum passt.
Verbrauchen Keramik- oder PTC-Heizer weniger Strom?
Nein. Keramik, PTC, Ölradiator, Konvektor und Heizlüfter liefern bei gleicher Wattzahl dieselbe Wärme für denselben Strom. Unterschiedlich ist, wie schnell die Wärme verteilt wird und wie sich das Gerät im Alltag anfühlt — nicht die Effizienz.
Kann ich zwei Steckdosen-Heizer an einem Stromkreis betreiben?
Oft nicht. Zwei 2.000-W-Geräte an einem üblichen 16-A-Stromkreis sind grenzwertig bis unzulässig. Verteilen Sie sie auf verschiedene Stromkreise und betreiben Sie ein Heizgerät nie über eine schwach ausgelegte Verlängerung.
Quellen
- Richtlinie 2006/114/EG über irreführende und vergleichende Werbung.
- Produktseiten von Heatoor, WellHeater und VelaWarm — am 12. September 2026 auf eine veröffentlichte Leistungsangabe geprüft; keine gefunden.